Koiteich von Thomas Krist  / Augsburg

letzter Stand: 31.01.2012

 

Nach langem Warten war es dann im Sommer 1998 endlich soweit.

Zusammen mit der Firma Kirchner Garten&Teich bauten wir einen Koiteich aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Die Tiefe dieses Teiches liegt im größeren Kreis bei ca. 1,90m im kleineren Kreis ca. 2m. Länge des Teiches ca. 9,80m, der große Kreis hat einen Durchmesser von über 6m. Der Filter ist knapp 5m lang, 1,20m breit und 0,8m tief. Insgesamt haben wir ein Teichvolumen mit Filter von ca. 57 m³. In Zentrum der Kreise haben wir jeweils einen Bodenablauf mit Deckel Anschluss DN 100 und je einen DN100 Skimmer für die Kreise.

Durch die direkte Lage an der Terrasse haben wir das ganze Jahr über etwas von unseren Fischen und unserem Teich. Die Anlage liegt genau im Süden, muss aber noch durch einen schönen Baum im Sommer beschattet werden. Die Teichwände sind seitlich mit einer Wärmedämmung versehen. An dieser Stelle möchte ich gerne erwähnen, dass ich mit der Ausführung der Arbeiten und dem Teich an sich sehr zufrieden bin und mich nochmals herzlich bei Herrn Kirchner und seinem Team für das "kleine Paradies" bedanken möchte.

Das Fundament des Filters ist eine ca. 20 cm starke Stahlbetonplatte. Die Wände wurden mit Ytong Steinern hochgezogen und von außen gegen Feuchtigkeit isoliert. Innen wurde der gesamte Filter mit GFK auslaminiert. Mit einbetoniert wurden die Zuläufe vom Filter (2Bodenabläufe/2Skimmer) und ein Ablauf in den Kanal. Der Filter ist zur Zeit in drei Kammern aufgeteilt. Die erste Kammer enthält 35 japanische Filterbürsten danach kommen zwei Kammern mit insgesamt ca. 24 m² japanischen Filtermatten. Direkt hinter den Matten ist die Pumpenkammer. Jede Kammer ist eigens absperrbar und kann einzelnen durch Abläufe mit Kugelhähnen entleert und gesäubert werden. Die Zwischenwände haben je einen Durchlauf mit einem DN 150 Durchmesser. Über das Filterbecken haben wir im Anschluss an unsere Terrasse ein Holzdeck gelegt. Als Material verwendeten wir Lärchenholz. Dies ist im unbehandelten Zustand ähnlich widerstandsfähig wie das sehr teuere Teak-Holz. Mit der Zeit verwandelt sich die Holzfarbe in einen grauen Ton. Man sollte auch das enorme Gewicht einer solchen Holzkonstruktion beim Bau bedenken. Jeder Kammerdeckel und jeder Kugelhahnschachtdeckel ist getrennt abnehmbar.

Wir haben eine Rohrpumpe L3 (Typ02, 250 Watt, ca. 53 m³ pro Stunde), eine Atlantis 200, eine Aquamax 15000 und eine Nautilus 12000. Also ganz schön Power. Die Rohrpumpe kommt im Sommer zum Einsatz und bringt für sehr geringen Stromverbrauch eine super Zirkulation und Durchströmung in den Teich. Der Zulauf in den Teich ist mit einem DN 100 Rohr versehen. Die Skimmer ziehen innerhalb einer halben Stunde die komplette Oberfläche sauber, auch wenn der Wasserfall angestellt ist!

Am Teichboden liegt nicht ein Brösel herum, außerdem freuen sich die Fische über eine lebhaftere Wasserbewegung und schwimmen mit der Strömung um die Wette. Der einzige Nachteil ist, dass die Bürsten öfters gereinigt werden müssen, damit die Pumpe diese nicht durch den ganzen Filter zieht.

Die Atlantis 200 und die Nautilus 12000 pumpen (gemeinsam oder getrennt) das Teichwasser durch ein 50mm Rohr in den Keller über den Wärmetauscher (40 kW) und ein UVC-Pro-Clear mit 55 Watt Leistung über zwei Zuläufe (40 mm) wieder in den Teich zurück. Die Zuläufe liegen etwa 1 m unter der Wasseroberfläche. Die Belüftung übernimmt ein Hi-Blow 80 (größere Bruder des Hi-Blow 40). Dieser Belüfter hat 10 (statt 6) Anschlüsse für Luftschläuche. Dieses Gerät hat sehr viel Druck (auch bei 10 Anschlüssen) und schafft auch über längere Strecken noch sehr viel Luft durch die Schläuche. So habe ich auch im Sommer einen sehr guten Sauerstoffgehalt im Wasser. Einen Schlauch habe ich besonders lang gemacht, damit ich bei eventueller Getrennthälterung diesen nur aus dem Filter nehmen muß und dann in das Hälterungsbecken setzen kann. Durch das Aufstellen im Keller (mind. 15°) wird das Teichwasser im Winter auch nicht durch die eingepumpte Luft abgekühlt !

Kleiner Tipp am Rande:

Legt man in die Filterzuläufe der Bodenabläufe und der Skimmer jeweils einen Sprudelstein, so wird die Sogwirkung der Abläufe und Skimmer durch die aufsteigenden Luftblasen nochmals erhöht und das verschmutzte Wasser wird sofort sehr gut mit Sauerstoff angereichert bevor es die Bürsten und Filtermatten erreicht. So entsteht auch bei einer niedrigeren Pumpenleistung eine gute Sogwirkung an den Skimmern. Der biologische Filter wird's Ihnen danken.

Der Bachlauf wird mit der Aquamax 15000 gespeist. Diese kann aber auch mittels Kugelhahn die Zirkulation im Teich unterstützen oder über ein dickes Bambusrohr das Wasser als plätschernden Strahl in den Teich leiten. Das mögen meine Kois besonders gerne, da sie dann für kurze Zeit unter dem Strahl stehen und sich "Duschen" lassen.

Zur Zeit bewohnen u.a. 12 Kois diesen Teich und folgende heimische Arten:

2 Störe    1,4m (!) und 67 cm
2 Graskarpfen ca. 80 cm
3 Spiegelkarpfen je ca. 20 cm

Es wird oft geschildert, dass Kois unbedingt allein gehalten werden sollen. Ich persönlich habe mit der gemeinsamen Haltung dieser Fische mit Kois keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht, ist aber sicher überhaupt keine Gewähr und außerdem Geschmackssache. Bei mir war es eben eine emotionale Entscheidungen. Wichtig ist sicherlich, wenn Sie unbedingt andere Fischarten halten wollen, sich keine Keime mit in den Teich zu schleppen !!! Da das Risiko hierfür aber sehr hoch ist, schließe ich mich auch der Meinung an, besser nur Koi untereinander zu halten, ohne andere Fischarten !

Von den Stören sehen Sie sowieso sehr wenig, da diese sich immer am Grund aufhalten und dort nach Nahrung suchen. Der Vorteil ist aber, dass sich der Schmutz sehr schwer am Teichboden hält, da dieser von den Tieren immer wieder aufgewirbelt wird und schließlich in den Bodenablauf gelangt. Außerdem fressen die Störe die Futterreste der Kois, die auf den Grund sinken. Grundvoraussetzung für den Stör ist jedoch sehr gutes Wasser, ein großer Schwimmbereich und eine kräftige, regelmäßige Strömung.

Graskarpfen fressen sehr gerne Grünes. Und zwar alles was Ihnen vor die Schnauze kommt. Es geht sogar soweit, dass sie Pflanzen nahe am Ufer irgendwie zu fassen kriegen und in den Teich ziehen. Diese Fischart ist sicher elegant und äußerst kräftig aber auch anfangs sehr scheu und gehört deswegen nicht unbedingt in einen Koiteich.

So, ich wäre nun am Ende meiner Ausführungen über meine Anlage. Ich wünsche allen Koi-und Teichbegeisterten viel Erfolg und Freude mit Ihrem Hobby ohne Krankheiten und Verluste. Wenn Sie Fragen an mich haben, können Sie mich unter der E-Mail-Adresse gerne kontaktieren. (tkrist@a-city.de)

 

   

 

   

 

 

   

  

   

   

 

 

   

 

 

  

  

  

 

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