|
|
|
Vorweg sollte erwähnt werden, dass folgende Schilderungen ausschließlich auf persönlichen Erfahrungen des Autors innerhalb der jetzt fast 7-jährigen Haltung von Koi basieren. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Voraussetzungen bei allen Koihaltern, sollten die Ausführungen nur als Ratschläge und nicht als Garantie für zahme Koi gesehen werden. Dennoch sollte bei Beherzigen dieser Tipps ein Erfolg sichtbar sein. Sie können aber gerne auf mich zukommen, falls Sie noch weitere Fragen haben, oder sich der Erfolg bei Ihnen einfach nicht einstellen will. Hier die wichtigsten Grundregeln:
Sie sollten sich unbedingt wenigstens einen Leitfisch halten, falls kein einziger Ihrer jetzigen Koi zu Ihnen kommt. Das vereinfacht die Zähmung der restlichen Koi sehr. In der ersten Zeit müssen Sie diesen Fisch immer erst an den Futterplatz locken und dann etwas Futter geben. Aufgrund der schon vorhandenen Zutraulichkeit darf das kein Problem darstellen. Dieser Platz sollte immer an der gleichen Stelle und bequem von Ihnen zugänglich sein. Die Fische müssen Sie auch aus dem Wasser heraus gut erkennen können. Ich weiß es klingt etwas seltsam, aber die Koi erkennen Sie sehr schnell am Gang und an Ihren Umrissen. Bei mir ist es schon so, wenn ich um den Teich gehe, dass sie mit mir mitschwimmen. Wenn der Leitfisch immer nur aus Ihrer Hand gefüttert wird, werden die anderen Koi wegen dem Futterneid sehr bald mit dazu kommen. Mit ein wenig Geduld werden Sie so bald die meisten Ihrer Koi an der Hand haben, aber denken Sie bitte daran, während der Anfangsphase keine schnellen Bewegungen während des Fütterns zu machen. Das ist ganz wichtig, die Fische werden erst zahm, wenn diese Ihnen absolut vertrauen. Viele Koihaltern versuchen ihre Koi mit Regenwürmern zahm zu bekommen. Dazu kann ich nur sagen, dass Regenwürmer keinerlei Geruchsstoffe ins Wasser abgeben und somit für die Koi nur durch die Bewegung interessant sind. Falls die Koi sich Ihnen überhaupt nicht nähern, können sie diese Bewegungen natürlich nicht registrieren. Besser geeignet wären gefrorene Garnelen oder Seidenraupenpuppen. Diese verbreiten sehr schnell im Wasser die "Geschmacksstoffe", welche die Koi sofort aufspüren und ihnen folgen. Sie müssen dann die Garnele oder die Seidenraupenpuppe solange in Ihrer Hand behalten, bis einer der Koi diese direkt aus den Fingern nimmt. Auch hier ist natürlich einiges an Geduld erforderlich. Eine andere Möglichkeit besteht darin die Fische eine Weile hungern zu lassen und dann das Futter nur aus der Hand anzubieten, bzw. es in der Nähe des Futterplatzes einzustreuen. Sie müssen aber das Futter mit einem Futterring an der Stelle halten, damit die Koi dorthin kommen müssen. Außerdem sollten Sie sich auch an der Stelle befinden damit sich die Koi an Sie "gewöhnen". Sehr hilfreich vor dieser "Therapie" wäre, die Fische in ein Salzbad zu geben, da danach der Appetit der Fische nochmals kräftig steigt. Ob nun ein großer Koi oder ein kleiner Koi leichter zu zähmen ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Ein schon großer Koi (über 40 cm) hat natürlich nicht mehr so große Angst vor natürlichen Feinden, da er meist schon zu groß und zu schwer ist. Diese "Sicherheit" spürt der Koi und ist im allgemeinen beim Fressen oder an der Oberfläche ruhiger. Kleine Koi fühlen sich naturgemäß an der Oberfläche nicht allzu wohl, da sie dort immer in "Gefahr" sind. Meistens werden sie ja gerade dort von den natürlichen Feinden gefangen (Katze, Reiher, u.s.w.). Daher auch das Fressverhalten bei kleinen Koi, die meist nur ein Futterkorn erwischen und dann sofort in rasendem Tempo untertauchen. Dieser Instinkt baut sich erst mit zunehmendem Wachstum und Größe ab und sie werden ruhiger. Sehr viele kleine Koi hingegen bewegen sich im Schwarm sehr sicher. So konnte ich bei meinem Händler beobachten, wie ein ganzer Schwarm kleiner Koi an die Futterstelle eilt und nach Futter bettelt. Halten Sie nun Ihre Hand hinein, so wird diese von hunderten von kleinen Koimäulern "abgeküsst". Einzelne kleine Koi sind dagegen sehr scheu und misstrauisch. Gestatten Sie mir noch ein Wort zum Thema "Fangen von Koi". Jegliches Fangen bedeutet für alle Koi im Teich natürlich Stress. Wenn es unbedingt nötig ist, dass Sie einen Koi fangen müssen (Behandlung), dann sollte dies so schnell und schonend wie möglich passieren. Jagen Sie die Koi auf keinen Fall "stundenlang" durch den Teich. Wenn Sie nur einen Koi fangen müssen, dann tragen Sie den Kescher so zum Teich, dass es für die Koi nicht sofort sichtbar ist. Bereiten Sie vorher alle notwendigen Geräte vor, damit Sie nicht dann springen müssen wenn der Fisch bereits im Kescher ist. Zum schonenden Fangen gehört ein großer stabiler Kescher mit feinmaschigem Netz an dem sich die Koi nicht verletzen können (zu grobes Netz, überstehende Teile u.s.w) und einen Sackkescher für den kurzen Transport zum Behandlungsbecken. Heben Sie nie den Fangkescher mit dem Koi aus dem Wasser! Verwenden Sie keine Kescher, die ein helles oder weißes Netz haben, da die Koi dieses sehr gut erkennen können und meistens schon sehr früh ausweichen und noch mehr Angst bekommen. Das bedeutet dann sicher Jagen ohne Ende. Bringen Sie den Kescher erst in den Teich, wenn sich der betreffende Koi an einem geeigneten Ort aufhält. Positionieren Sie den Kescher immer vor den Koi, damit der Kopf in Richtung Keschernetz zeigt. Nähern Sie sich mit dem Kescher nicht von der Seite oder von hinten, da der Koi sonst sehr schnell durch eine heftige Flossenbewegung entkommt und Sie ihn vielleicht noch seitlich oder an der Flosse verletzen. Es ist halt wie beim Menschen, wer geht schon gern zum Zahnarzt, wo die Schmerzen schon oft vorprogrammiert sind. Also dürfen Ihre Koi am besten keine schlechten Erfahrungen (Verletzungen, Schmerzen) mit Ihnen machen, desto schneller werden sie zahm. Auch durch schonende Behandlung beim Fangen kann der Koi Vertrauen zu Ihnen entwickeln, weil er genau weiß, dass ihm nichts passieren wird. Bei allen obigen Punkten ist zu sagen, dass der Koi schnelle oder heftige Bewegungen von ihm unbekannten oder nicht zu erkennenden Objekten als Gefahr von natürlichen Feinden interpretiert. Sie müssen also Ihre Koi davon "überzeugen", dass Sie am Teich keinen natürlichen Feind verkörpern, der durch Bewegung versucht ihn zu fangen. Deswegen ist die verbrachte Zeit mit den Koi so wichtig. Je länger Sie sich mit ihren Koi abgeben, Ihnen direkt Futter geben und sie einfach nur beobachten, desto mehr werden die Koi Sie nicht mehr als "Gefahrenquelle" interpretieren, sondern Sie als Teil Ihrer Umwelt akzeptieren und Ihnen vertrauen. Die meist sehr große Neugier und der enorme Appetit der Koi wird Sie dabei sehr unterstützen. Ich hoffe ich konnte Ihnen ein paar nützliche Tipps geben. Falls ich Ihnen noch weiterhelfen kann, dann sagen Sie mir einfach Bescheid. Beste Grüße und viel Erfolg! Thomas Krist Autor: Thomas Krist |
Leser Teiche Alles über das Hobby Koi Unser Teich Gästebuch Links News/Termine